News 5G-Emerge erweitert das Konsortium und strebt die konkrete Entwicklung der Technologie an
Das europäische Forschungsprojekt 5G-Emerge zielt darauf ab, durch die Kombination von Satelliten-, 5G- und terrestrischen IP-Infrastrukturen eine effiziente Medienbereitstellung in allen Regionen zu ermöglichen. Nun geht es in die zweite Phase und hat sein Konsortium auf 34 Unternehmen erweitert. 5G-Emerge wird von der Europäischen Weltraumorganisation ESA im Rahmen ihres Programms Artes mitfinanziert und von der EBU geleitet. Am 13. November unterzeichneten diese beiden Organisationen eine neue Vereinbarung über das Projekt.
Das Projekt zielt darauf ab, native IP-Satelliten- und terrestrische Infrastrukturen mit 5G-Netzwerken und Smart-Edge-Delivery-Prinzipien mit integriertem Multilayer-Ansatz zu verbinden. So will die Forschungsgruppe die Verbreitung von Rundfunkinhalten revolutionieren und flächendeckend Ausfallsicherheit sowie hohe Übertragungsqualität gewährleisten. Dadurch sollen auch Gebiete und Menschen mit begrenztem oder fehlendem Zugang zu terrestrischen Netzwerken erreicht werden können. Medienorganisationen, Telekommunikationsbetreiber und politische Entscheidungsträger:innen sind überzeugt davon, dass die 5G-Emerge-Technologie neue Möglichkeiten für die Verbreitung von Medieninhalten eröffnen wird. Sie stellt eine zukunftsfähige Strategie dar, die der wachsenden Nachfrage nach einer nachhaltigen und ortsunabhängigen Zugänglichkeit von Inhalten und nach Netzwerkstabilität gerecht werden kann.
Kürzlich hat das Konsortium vereinbart, das Projekt für mindestens zwei Jahre weiterzuführen. Die beteiligten Unternehmen, deren Zahl stetig wächst, wollen gemeinsam Edge-Dienste entwickeln, die für den Empfang zu Hause, die direkte Nutzung in Fahrzeugen und die nomadische Nutzung optimiert sind. Ausserdem ist eine Vielzahl von 5G-Netzintegrationen geplant. Weiter wird das Projekt auf NR-NTN ausgeweitet, um praktikable Anwendungsszenarien für 5G-basierte Satellitennetze zu definieren. In dieser Phase geht es darum, Schlüsseltechnologien bis zu einem Stadium kurz vor der Produktion für den Massenmarkt zu entwickeln. Dazu gehören auch Anpassungen an die Bedürfnisse von spezifischen Referenzkunden.
«Der Einsatz von Satellitentechnologien bei der Onlineübertragung ist unerlässlich für die Verbreitung von Medieninhalten. Sie ermöglichen es, eine umfassende Reichweite zu gewährleisten, die Qualität zu erhöhen, die Kosten zu senken und die Ausfallsicherheit zu verbessern», erklärt Antonio Arcidiacono, Direktor für Technologie und Innovation bei der EBU. «In diesem Kontext nimmt die Brancheninitiative 5G-Emerge eine wichtige Rolle ein: Sie treibt die Entwicklung von Produkten voran, die für klar definierte Use Cases massgeschneidert sind und die Onlineübertragung von Inhalten mittels Satellitenkommunikationsdiensten und der Nutzung von auf 5G zugeschnittenen Technologien optimieren können. Das Projekt ist ein konkretes Beispiel für die Ausgestaltung der sogenannten Mars-Strategie der EBU (Mars: Multilayer, Anywhere, Resilient, Sustainable). Diese Strategie sieht die Bereitstellung von interaktiven Edgecasting-Diensten für die Übertragung von Liveinhalten oder den Austausch von Dateien zwischen einer grossen Anzahl von Nutzenden vor.»
«Die Initiative 5G-Emerge hat das Potenzial, vieles zu verändern. Sie integriert satellitengestützte und terrestrische Netze, um ein noch nie dagewesenes Mass an Zugänglichkeit und Skalierbarkeit für Mediendienste zu bieten», sagt Antonio Franchi, Programmleiter für 5G-6G/NTN bei der ESA. «Der gekoppelte Einsatz beider Netze ebnet den Weg für die wirtschaftliche Tragfähigkeit von Breitbandnetzen und damit für eine Zukunft, in der Inhalte nahtlos und effizient verbreitet werden können und von überall aus zugänglich sind. Damit wird das Projekt seinen Teil zu einem besseren Erlebnis für die Endnutzerinnen und -nutzer und zu einer wettbewerbsfähigeren Rundfunklandschaft in ganz Europa beitragen.»
In Phase eins des Projekts wurden das geplante Ökosystem aus technischer und marktbezogener Sicht beschrieben und mehrere White Papers veröffentlicht. Weiter wurden die Anforderungen an die Technologie in fünf Testumgebungen in ganz Europa und für Anwendungsfälle in den Bereichen End-to-End, Direct-to-Home, Direct-to-Vehicle und Direct-to-Edge beurteilt. Neben Prototypen wurden auch zwei marktnahe Produkte entwickelt (weitere Informationen dazu auf Englisch unter www.5g-emerge.com/resources).
Phase zwei baut darauf auf und bezweckt die Entwicklung von spezifisch auf die genannten Marktsegmente ausgelegten Edge-Diensten und -Lösungen. Solche sind unter anderem für Online-Videoplattformen, 5G-Orchestrierung, Edge-Sicherheit, Caching-Optimierung und Dienstüberwachung vorgesehen. Ausserdem werden verschiedene Antennen entwickelt, die für die Nutzung zu Hause, in Autos und Bussen sowie die nomadische Nutzung optimiert sind. Weitere Beispiele für anwendungsfallspezifische Innovationen sind Cloud-Backhauling, private und öffentliche 5G-Netzintegrationen und die Entwicklung von Gateways.
5G-Emerge wird von der EBU (CH) geleitet und von acht Mitgliedstaaten des ESA-Programms Artes mitfinanziert. Im Hinblick auf Phase zwei ist das Konsortium von 21 auf 34 Unternehmen angewachsen. Beteiligt sind folgende auf Satelliten- und Onlineübertragung spezialisierte Betriebe (in alphabetischer Reihenfolge):
Arctic Space (SE), BFBS (UK), Brightcove (UK), Broadcast Critical (UK), Cysec (CH), Eutelsat/Oneweb (FR), G-Core (LU), HPE (IT), Humans Not Robots (UK), FTA/Inverto (LU), Keysight (UK, FI), Fondazione Links (IT), MBI (IT), Magister Solutions (FI), Mediatek (UK, FI), Minwave (CH), Nextworks (I), Northbase (FI), Universität Oulu (FI), RAI (IT), Romars (IT), SES (LU), Sixsq (CH), SNT (LU), SWISS TXT (CH), Telenor ASA (NO), TNO (NL), Varnish Software (SE), Verkotan (FI), Viasat (CH), VTT (FI).
Antonio Franchi (ESA) und Antonio Arcidiacono (EBU) unterzeichneten den Vertrag am 13. November 2024 am Hauptsitz von Estec in Paris.
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